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KOLUMBA

Köln

Am 15. September 2007 wurde in Köln der Neubau von KOLUMBA eröffnet. Als Kunstmuseum des Erzbistums Köln geht es auf das frühere erzbischöfliche Diözesanmuseum zurück, das 1853 gegründet wurde und zu den ältesten Museen im Rheinland zählt. Die bedeutenden Sammlungen mit kirchlichen Kunstwerken von der Zeit des frühen Christentums bis zum 20. Jahrhundert waren seit 1972 zusammen mit anderen Einrichtungen der Erzdiözese in einem Neubau am Roncalliplatz untergebracht. Die dort zunehmende räumliche Enge und vor allem die in den 1980er Jahren begonnene Erweiterung der Sammlung um herausragende Positionen der zeitgenössischen internationalen Kunst beförderten die Planungen für einen ausschließlich dem Museum gewidmeten Neubau an anderem Ort.

Die Wahl fiel auf das Gelände der im Krieg weitgehend zerstörten spätgotischen Kirche St. Kolumba im Stadtzentrum, wo archäologische Grabungen in den 1970er Jahren neben den Fundamenten von drei romanischen Vorgängerbauten des 9. bis 13. Jahrhunderts Fragmente aus der Gründungszeit Kölns um 50 n. Chr. und aus der fränkischen Epoche erbracht hatten. Das geplante Museumsgebäude sollte neben seinen eigenen Sammlungen auch diese archäologische Zone und darüber hinaus die innerhalb der Mauern von St. Kolumba 1949/50 von Gottfried Böhm errichtete Kapelle »Madonna in den Trümmern« einbeziehen, die als Erinnerungsstätte an die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges bei der Kölner Bevölkerung hohe Wertschätzung genießt.

Die Lösung der schwierigen Bauaufgabe übertrug das Erzbistum dem 1997 aus einem Wettbewerb mit sieben europäischen Teilnehmern als Sieger hervorgegangenen Schweizer Architekten
Peter Zumthor. Der von ihm entworfene hoch aufragende, mauerhaft wirkende Baukörper ist mit grauen Klinkern in Sonderanfertigung verkleidet, die in manchen Bereichen durch Öffnungen Luft und gedämpftes Licht in das Gebäude strömen lassen. Der dem alten Straßenverlauf folgende Baukörper schließt die Mauerreste der St. Kolumba-Kirche und die Kapelle von Gottfried Böhm ein, die durch einen neu geschaffenen Vorraum von der Straße aus betreten werden kann. Im Inneren tragen 13 schlanke, aus den historischen Mauerfundamenten hochgeführte Stützen die Decke des Erdgeschossraumes, der die Grabungsbereiche überwölbt. Die beiden Stockwerke darüber umfassen 16 in Größe und Grundriss unterschiedliche Räume und Kabinette – darunter ein so genanntes Armarium als Schatzkammer für liturgisches Gerät –, die zum Teil durch große Panoramascheiben den Blick auf die Innenstadt frei geben, sowie ein Lesekabinett.

Entsprechend dem Selbstverständnis des neuen Hauses als »Museum der Nachdenklichkeit« werden Werke der Kirchenkunst früherer Zeiten und mit religiöser Thematik im Dialog mit ausgewählten Werken der zeitgenössischen Kunst präsentiert. Als Ersatz für die Beschriftung der Objekte wird ein Führer mit Texten zu den einzelnen Räumen und Verzeichnis der ausgestellten Werke angeboten. Die Werke der Sammlung werden in jährlich mehrfachem Wechsel unter unterschiedlichen Themenstellungen gezeigt.

Die Kosten für den Neubau mit insgesamt 1750 qm Ausstellungsfläche beliefen sich auf 43,4 Millionen Euro. 38,4 Millionen Euro übernahm das Erzbistum Köln, während sich das Land Nordrhein-Westfalen mit einem Zuschuss von 5 Millionen Euro beteiligte.