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Glasmuseum Hentrich im museum kunst palast

Düsseldorf

Nach umfangreicher Neugestaltung und Erweiterung ist das Glasmuseum Hentrich im museum kunst palast in Düsseldorf seit dem 8. Oktober 2006 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Spezialsammlung gehört nach der des Victoria & Albert Museums in London zu den bedeutendsten in Europa. Der heutige Fundus geht zurück auf die als technisch ausgerichtete Vorbilder-Sammlung angelegten Bestände des ehemaligen Düsseldorfer Kunstgewerbemuseums, die später in das Kunstmuseum überführt wurden. Internationale Bedeutung erlangte die Glassammlung durch den Düsseldorfer Architekten Prof. Dr. Helmut Hentrich, der von 1963 bis zu seinem Tode im Jahr 2001 seine umfangreiche Kollektion in regelmäßigen Jahresschenkungen dem Kunstmuseum übereignete. In Anerkennung seiner Verdienste als Mäzen wurde das Museum 1990 nach ihm benannt. Seit der Wiedereröffnung des Museums stehen für die im Laufe der Jahrzehnte ständig gewachsenen Sammlungen 450 qm mehr an Ausstellungsfläche zur Verfügung, so dass jetzt auf insgesamt 1350 qm etwa 3500 Exponate – ein Drittel der Sammlung – präsentiert werden können. Das mit der Neugestaltung beauftragte Schweizer Atelier Steiner Saarnen hat überraschende Raumlösungen und Präsentationsvarianten entwickelt. Das Zentrum bildet ein in kräftigem Rot gehaltenes „Haus im Haus", das auf drei Ebenen anhand von ausgewählten Spitzenstücken die Entwicklung der Glaskunst von ihren Anfängen in der Antike bis zu den freien künstlerischen Glasschöpfungen der Moderne vorführt. Im Erdgeschoss umschließt es einen transparenten Vitrinenkern, der die exquisiten Kollektionen von Helmut Hentrich und Gerda Koepff präsentiert und sie als führende Sammlerpersönlichkeiten würdigt. Eine Galerie mit großformatigen zeitgenössischen Glasskulpturen, eine durchlaufende, entlang der Längswände angebrachte und thematisch geordnete Studiensammlung und eine Ruhezone mit Handbibliothek und Videothek ergänzen das Angebot. An mehreren interaktiven Stationen können Techniken der Glasveredlung von den Besuchern nachvollzogen werden. Mit 2,9 Millionen Euro übernahm die Stadt Düsseldorf den Hauptanteil der Kosten für die Neugestaltung. Der noch fehlende Betrag wurde durch eine hochherzige Spende – in ungenannter Höhe – des Unternehmers Udo van Meeteren ausgeglichen, der als Mäzen den Düsseldorfer Museen schon seit Jahren verbunden ist.