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Nach dem im Herbst 2003 fertig gestellten Leder- und Gerbermuseum hat die Stadt Mülheim an der Ruhr am 2. September 2006 mit der Eröffnung der „Camera Obscura – Museum zur Vorgeschichte des Films" die Palette der städtischen Museen um eine weitere Attraktion ergänzt. Die Planungen für ein Medienmuseum reichen schon einige Jahre zurück, nahmen aber erst vor zwei Jahren konkrete Gestalt an, als es der Stadt gelungen war, die mehr als 1100 Objekte zur Vor- und Frühgeschichte des Films umfassende Kollektion des Wuppertaler Sammlers KH. W. Steckelings anzukaufen. Standort des Museums ist der 1904 zur Versorgung des Eisenbahndepots errichtete Wasserturm in Mülheim-Broich, der heute der MST Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH gehört. In der Kuppel kann man die größte begehbare Camera obscura der Welt besichtigen, die bereits 1992 anlässlich der Mülheimer Landesgartenschau nach einer Idee des Sammlers und Filmemachers Prof. Werner Nekes realisiert wurde. Nach einem bereits dem Philosophen Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Christus bekannten Prinzip ermöglicht diese überdimensionierte ‚Lochkamera' den in dem völlig abgedunkelten Raum um einen Projektionstisch versammelten Besuchern einen Rundblick auf die den Turm umgebende Stadtlandschaft. In den drei unteren Ebenen sind, thematisch geordnet, ausgewählte Exponate der Sammlung Steckelings aus der Zeit von 1750 bis 1930 ausgestellt: Schattenspiele, Faltperspektiven, Guckkästen, Kaleidoskope, Laternae Magicae, Zwirbelscheiben und Daumenkinos. Die Objekte sind nicht nur ästhetisch reizvoll, sondern verleugnen auch ihre vielfältigen Gebrauchsspuren nicht und machen damit umso deutlicher, wie spannend ihre Geschichte – „bevor die „Bilder laufen lernten" – als Dokument der Freizeitgestaltung früherer Zeiten ist. Zu der lebendigen Präsentation tragen auch die von den Museumsgestaltern entwickelten Installationen bei, mit deren Hilfe die optischen Effekte von den Besuchern spielerisch nachvollzogen werden können. An der Sanierung des Turms beteiligte sich das Land Nordrhein-Westfalen mit einem Zuschuss in Höhe von 282 000 Euro. Die Energiefirma RWE stellte weitere 771 000 Euro für den Ankauf der Sammlung, den Umbau des Turms, die museale Einrichtung und den Betrieb im ersten Jahr bereit. Für die museale Gestaltung waren das Düsseldorfer Büro des Architekten Prof. Dr. Hans Hermann Hofstadt und die Mülheimer Firma Kessler und Co. GmbH verantwortlich.