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Am 12. September 2004 wurde auf dem Gelände der in unmittelbarer Nähe der Kunstinsel Hombroich gelegenen ehemaligen Raketenstation der Nato das Kunst- und Ausstellungshaus der Langen Foundation eröffnet. Den Grundstock bildet die seit den 1950er Jahren zusammengetragene Sammlung des Ehepaares Viktor und Marianne Langen aus Meerbusch. Sie umfasst heute etwa fünfhundert Werke japanischer Kunst und etwa dreihundert Werke der Moderne. Die Japan-Sammlung ist in Umfang und Qualität einzigartig in Europa und repräsentativ für die japanische Kunst vom 12. bis 20. Jahrhundert. Die Sammlung der Moderne enthält Werke bedeutender Künstler wie Cézanne, Beckmann, Warhol, Rothko, Dubuffet, Bacon und Polke.
Dem Ausstellungsgebäude liegt ein Entwurf des japanischen Architekten Tadao Ando zu Grunde, den dieser bereits in den 1990er Jahren für die Raketenstation konzipiert hatte. Karl-Heinrich Müller, der Initiator der Kunstinsel Hombroich, der das benachbarte Areal erworben hat und es zeitgenössischen Künstlern, Architekten, Wissenschaftlern und Musikern als Wohnsitz und Experimentierfeld zur Verfügung stellt – u.a. haben bereits Per Kirkeby, Erwin Heerich und Eduardo Chillida Entwürfe realisiert –, konnte Marianne Langen für Tadao Ando gewinnen. Ando hat den ursprünglich geplanten lang gestreckten, schreinartig von einem Glasmantel umgebenen Bau für die Sammlung japanischer Kunst durch zwei, im Winkel von 45 Grad angeschlossene, parallele, tief in das Erdreich versenkte Gebäuderiegel ergänzt, in denen die Kollektion moderner Kunst präsentiert wird. Die gesamte Anlage, die sich durch eine lange zum Entree führende gekrümmte Betonwand, eine mit Kirschbäumen bepflanzte Rasenfläche und einen künstlichen Spiegelteich zum Hauptgebäude erschließt, ist von begrünten Erdwällen umgeben. Insgesamt stehen 900 qm für Ausstellungen aus der Sammlung Langen und Wechselausstellungen zur Verfügung. Alle Räume können für Veranstaltungen gebucht werden. Die Kosten in Höhe von 10 Millionen Euro für den Bau und die Einrichtung wurden ausschließlich von Marianne Langen, der im Februar 2004 verstorbenen Witwe des Unternehmers, finanziert.