Kunstmuseum Solingen

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CLOSE AWAY – Einzelausstellung Manuela Stein
13.02.2021 - 07.03.2021

Ausstellung

Beschreibung

Die Einzelausstellung "CLOSE AWAY" der interdisziplinär arbeitenden Solinger Künstlerin Manuela Stein versteht sich als Reflexion über Nähe und Distanz. Und dabei geht es ihr nicht in erster Linie um die Erfahrung mit Corona. Vielmehr ist die gesamte künstlerische Arbeit von Manuela Stein geprägt von einem Wechselspiel dieser beiden Pole.

In "CLOSE AWAY" betrachtet die Künstlerin die Bedeutung von realem und virtuellem Sein, von menschlicher Nähe und Anonymität in einer immer komplexer werdenden Welt: Die fortschreitende Digitalisierung, exponentiell steigender Wissenszuwachs in Forschung und Technik – all das macht es immer schwerer, negative Folgen wie positive Errungenschaften abzuwägen und einzuschätzen. Ob Entfremdungserscheinungen oder Entmenschlichungstendenzen einerseits, ob Innovationsschübe, neue Formen des Arbeitens und Zusammenlebens andererseits. Durch Covid 19 wurde und wird diese Entwicklungen noch einmal enorm beschleunigt.

Manuela Stein wertet nicht. Sie schafft Bilder und Räume, die das individuelle Suchen und das Zurechtfinden in dieser disruptiven Welt reflektieren.

Vorgehen und Arbeitsweise

Manuela Stein fokussiert mit der Kamera Details ihres Körpers. Die Oberfläche der Haut wird zum künstlerischen Ausgangsmaterial, zum Werkstoff. Im Wechselspiel von Nähe und Distanz, Objektivität und Emotionalität nimmt sie Teile ihres Körpers in einer Weise ins Visier, dass z. B. Füße und Hände, Finger und Zehen beinahe abstrahiert erscheinen und nicht immer auf Anhieb zu erkennen sind. Sie spiegelt und verdreht, sie wiederholt und kopiert, sie bearbeitet und stellt in neue Zusammenhänge.

Die mitunter sehr intime Sicht auf Körperdetails wird durch die gewählte Präsentation und die Benennung der Arbeiten versachlicht: Aspekte naturwissenschaftlicher Sammlungen und typologischer Ordnungsreihen aus Flora und Fauna werden ebenso assoziiert wie die archivierende und anonymisierende Verwaltung persönlicher Daten und Eigenschaften. Der technische Apparat der Fotokamera wird im Aufnahmeprozess zu einem neutralisierenden Scanner, der ungerührt diese Daten erfasst.

„Es ist also eine Haltung, die eine ständige Pendelbewegung zwischen gegensätzlichen Polen realisiert. Eine Arbeit und eine Haltung, die den menschlichen Körper zu einem hybriden Objekt verwandeln, zwischen Körperglied und Skulptur, zwischen Hautrissen und Zeichnung. Aber dieses Objekt verkommt nicht zum sterilen Laborgegenstand, sondern wird stets mit einer subjektiven Experimentierfreudigkeit manipuliert und animiert.“ (Dr. Emmanuel Mir)

Link zur Ausstellung:

www.kunstmuseum-solingen.de

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