Ab 02.04.2026, 30 Tage

Couven-Museum

Auf die Spitze getrieben. Kostüme aus dem Theater Aachen

20.09.2025 - 12.04.2026, 10:00 - 17:00
Kunstmuseum Villa Zanders

Veronika Moos: nicht mehr und dann

07.12.2025 - 12.04.2026
Bundeskunsthalle

Expedition Weltmeere

02.10.2025 - 06.04.2026
Kunstmuseum Bonn

Kerstin Brätsch METAATEM

11.12.2025 - 12.04.2026
Kunstmuseum Bonn

MENSCHEN UND GESCHICHTEN. Die Sammlung der Klassischen Moderne – August Macke und die Rheinischen Expressionisten

09.09.2025 - 19.09.2027
LVR-LandesMuseum Bonn / Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte

Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne

13.11.2025 - 12.04.2026
Max Ernst Museum Brühl des LVR

Marianna Simnett – Headless

31.01.2026 - 05.07.2026
Max Ernst Museum Brühl des LVR

MARION VERBOOM – LOPLOP und CHRISTOPH WESTERMEIER – SEDONA VOGEL

04.09.2025 - 05.07.2026
Theatermuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf

Abgewandter Lear. Corina Gertz trifft Esther Bialas – Foto trifft Kostüm

01.12.2025 - 19.04.2026
Stiftung Schloss und Park Benrath - Naturkundemuseum

DIE WANDERFISCHE DES RHEINS UND IHRE RÜCKKEHR

10.10.2025 - 09.10.2026
Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft in Düsseldorf

gefährdet leben. Queere Menschen 1933 bis 1945

28.10.2025 - 05.06.2026
K20 K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen - K21 Kunstsammlung im Ständehaus

Grund und Boden. Wie wir miteinander leben

29.11.2025 - 19.04.2026
Heinrich-Heine-Institut

Mit eigenem Lichte leuchten – Schätze aus der Museumssammlung

30.08.2025 - 29.08.2026
Kunstpalast

Only Murders in the Museum

04.11.2025 - 03.05.2026
NRW-FORUM Düsseldorf

SEX NOW

04.09.2025 - 05.05.2026
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NEUE WELTEN. Die Entdeckung der Sammlung

21.06.2019 - 30.06.2026
Ruhr Museum

Wie man lebt – wo man lebt. Dokumentarfotografien von Brigitte Kraemer

29.09.2025 - 31.08.2026
Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

B{L}OOMING Barocke Blütenpracht

06.06.2025 - 31.05.2026
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Schultze Projects #4. Kresiah Mukwazhi

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makk - Museum für Angewandte Kunst Köln

Von Louise Bourgeois bis Yoko Ono. Schmuck von Künstlerinnen

21.11.2025 - 26.04.2026
Neanderthal Museum

Zwei Millionen Jahre Migration

22.11.2025 - 01.11.2026
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

Natalie Czech - every window thinks of itself as being an opening

28.09.2025 - 16.04.2026
Clemens Sels Museum Neuss

Antike Reloaded. Von Asterix bis Amor

30.11.2025 - 07.06.2026
Clemens Sels Museum Neuss

NOVAESIUM

12.10.2025 - 12.10.2030
Feld-Haus - Museum für populäre Druckgrafik

Untiefen des Raums. Simon Schubert im Feld-Haus

10.05.2025 - 12.04.2026
Gasometer Oberhausen im CentrO.

Mythos Wald

20.03.2026 - 30.12.2026
Spielzeugmuseum Ratingen

Bunt, leicht und unzerbrechlich – wie Kunststoff die Kindheit beflügelte

15.11.2025 - 20.09.2026

Viersener Salon

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52499 Baesweiler

Kaiser´s Kaffee in Viersen - Vom Kolonialwarenladen zur Weltfirma
30.10.2016 - 30.04.2017

Ausstellung

Beschreibung

Wer sich mit der Biografie von Josef Kaiser befasst, fühlt sich augenblicklich an das amerikanische Klischee einer Karriere vom „Tellerwäscher zum Millionär“ erinnert. Mit Fleiß und Ideenreichtum gelang ihm ein kometenhafter Aufstieg vom jungen, selbst grüne Kaffeebohnen röstenden Kleinkaufmann, der mit Pferd und Wagen von Ort zu Ort zog, zum steinreichen Eigentümer zahlreicher Geschäfte im ganzen Deutschen Reich – „eines der Märchen unserer Zeit“, wie etwas euphorisch, aber im Kern zutreffend gesagt wurde.

Geboren wurde Josef Kaiser am 20. Oktober 1862 auf dem Hoser in Viersen als eines von sieben Kindern des Leinewebers Hermann Kaiser und seiner Frau Gertrud, geborene Liesemanns, die ein kleines Kolonialwarengeschäft, einen „Winkel“, betrieb. Josef schloss mit 18 Jahren eine Lehre als Schlosser und Kupferschmied ab, Josef Kaiser und sein Imperium trat aber in das Kolonialwarengeschäft ein. Mit einem guten Geruchs- und Geschmackssinn ausgestattet, röstete er selbst Kaffee. 1882 wurden zwei Rösttrommeln gekauft, die 1885 auf Gasmotorbetrieb umgestellt wurden, alles offenbar mit Erfolg, denn noch im selben Jahr konnten der erste Angestellte beschäftigt, Filialen in Duisburg, Essen und Bochum eröffnet werden.

Noch firmierte der Betrieb unter „Dampf-Kaffee- Rösterei von Hermann Kaiser“. Der unternehmerische Grundgedanke lautete, „gute Standardwaren in überschaubarem Sortiment zu niedrigen Preisen auf dem kürzesten Weg bei einheitlicher Ausstattung des Filialnetzes zu vermarkten“ (Schulte). Beim Tod des Vaters 1890 war ein Kapitalwert von 30.000 Goldmark erwirtschaftet. Josef Kaiser heiratete die Brauereibesitzertochter Julie Didden, die als klug und energisch beschrieben wird. Der junge Kaufmann verfügte über eine ausgezeichnete Warenkenntnis, kaufte den Kaffee in London, Rotterdam und Le Havre und leitete 1894 eine großzügige Industrialisierung ein. Rasant wuchs die Zahl der Filialen und eigenen Produktionsbetriebe. 1897 wurde in Bamberg die 100., in Regensburg 1899 die 400. eröffnet. Bald umfasste die Produktpalette auch Schokolade und Malzkaffee.

Eine Jugendstildarstellung zeigt 1905 in der Mitte die gewaltige „Chokolade-Fabrik in Viersen“ und die Röstereien in Berlin, Breslau, Heilbronn und Viersen. 1904 schuf Paul Boehm in Berlin die berühmte lachende Kaffeekanne, das überall bekannte und erkannte Markenzeichen der Firma, die unter dem Namen „Kaiser’s Kaffee-Geschäft“ zu deutschlandweitem Ruhm kam. Bis 1913, ein Jahr vor Ausbruch des Krieges, war ein gigantisches Verkaufsnetz von 1.333 Geschäften mit 3.180 Arbeitern und Angestellten entstanden.
Josef Kaiser war ein gemachter Mann, sein Ansehen vorzüglich, zumal er auch großes soziales Engagement zeigte. 1897 gründete er eine Betriebskrankenkasse. Ihr folgte eine Unterstützungskasse und eine Altersversorgungskasse ohne Beitragsleistung sowie eine Geschäftssparkasse für das Personal. 1910 wurde die Julie-Kaiser-Stiftung für Wöchnerinnen des Personals ins Leben gerufen. Im selben Jahr wurde Josef Kaiser der Titel eines Kommerzienrates verliehen.

Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Zahl der Filialen wegen des Verlustes des Elsass auf 1.043 zurück, was den Ruf des Unternehmens als bahnbrechender Pionier des Filialsystems aber nicht schmälerte. Das soziale Engagement ging weiter: 1921 stiftete Kaiser’s Kaffee jeder Gemeinde mit einer Filiale 1.000 Mark zur Unterstützung der Armen.

In Viersen selbst war sein 70. Geburtstag 1932 ein Höhepunkt. Die Stadt, der er auch 35 Jahre als Beigeordneter gedient hatte, verlieh ihm die Ehrenbürgerschaft. 1913 schon hatte Josef Kaiser mit der gewaltigen Summe von 130.000 Goldmark den Bau der Festhalle ermöglicht. Bis 1939 wuchs die Zahl der Filialen auf 1903. Im Jahre 1911 hatte Josef Kaiser den alten Waldnieler Adelssitz Haus Clee gekauft, den er im Stil eines englischen Landhauses umgestaltete. Hier starb er am 17. Juni 1950. Schwer hatte ihn der plötzliche Tod seiner Frau kurz nach der Goldhochzeit 1942 getroffen. Schwer waren auch die Einbußen nach 1945. 1.128 Filialen gingen verloren: 748 östlich der Elbe, 25 im Saarland, 110 in der Schweiz, 245 waren in Westdeutschland im Krieg zerstört worden.

Kann man Josef Kaisers Erfolg auch in mancher Hinsicht als einzigartig bezeichnen, so ist er doch auch kennzeichnend für die Gründerzeit- und Unternehmermentalität des wilhelminischen Deutschland. Auf jeden Fall ist er eine Persönlichkeit, die Wirtschaftsgeschichte geschrieben hat. Für Viersen war seine Erfolgsgeschichte ein großer Glücksfall.

Text aus: Leo Peters, aus dem Buch „Der Niederrhein – Schauplatz europäischer Geschichte“

Link zur Ausstellung:

www.viersener-salon.de

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